| Vorbereitung
Vorüberlegungen Vor allem: Lassen Sie sich nicht von Zeitdruck ins Bockshorn jagen. Stürzen Sie sich nicht sofort in Ihr Material, sondern überlegen Sie zuerst einmal, worin denn Ihre Aufgabe eigentlich besteht. Im allgemeinen kann man sie so zusammenfassen: Sie sollen einem bestimmten Publikum einen bestimmten Inhalt so näherbringen, dass sich beim Publikum eine bestimmte Wirkung einstellt. Folglich ist es wichtig, dass Sie sich zunächst überlegen, wer Ihr Publikum ist und was es von Ihnen wünscht und braucht. Das macht es Ihnen einfacher Ihr Material auszuwählen, zu gewichten und zu strukturieren. Fragen Sie sich also zuerst nicht: Fragen Sie sich zuerst: Wirksame Rhetorik geht vom Publikum aus! Deshalb:
Das Wichtigste an einer Rede ist das Publikum. Ohne Publikum macht eine Rede keinen Sinn. Nicht der Redner, die Rednerin soll etwas Neues hören, einen Zusammenhang verstehen, eine Einsicht gewinnen usw. das Publikum soll das. Deshalb sind Ihre inhaltlichen Ziele nicht nur von Ihrem persönlichen inhaltlichen Interesse abhängig, sondern in besonderem Masse von dem Ihres Publikums. Nach Ihrer Rede sollte das Publikum über ein Mehr an Wissen, Einsicht, Unterhaltung usw. verfügen es sollte einen "Mehrwert", einen irgendwie gearteten Nutzen aus Ihrer Rede ziehen können. An diesem Nutzen orientieren sich die inhaltlichen Ziele Ihrer Rede. Ein Publikum ist nie ein "leeres Gefäss", das Sie allein mit Ihrer Rede "auffüllen". Ihr Publikum bringt im allgemeinen ein gewisses Vorwissen oder Umfeldwissen zu Ihren Inhalten mit. Zu diesem Wissen sollen sich die von Ihnen mitgeteilten Inhalte gesellen und dort neuen, zusätzlichen Sinn generieren. Versuchen Sie also abzuschätzen, welche Vorkenntnisse, Einstellungen, (evtl. Emotionen) Ihr Publikum voraussichtlich mitbringt und was es braucht, um Ihre Mitteilungen aufnehmen zu können. Passen Sie Ihre Wortwahl dem Publikum an. Verwenden Sie Fachsprache, soweit Ihr Publikum Fachpublikum ist. Meiden Sie Fachbegriffe, die dieses Publikum nicht kennt und nicht benötigt, ihm also nichts nützt. Wählen Sie einen Sprachstil, der dem Publikum, dem Anlass und der Situation gerecht wird. Ihr Publikum bestimt Inhalte und Formen! Mit dem Publikumsinteresse vor Augen gehen Sie an die strukturelle und sprachliche Gestaltung Ihrer Rede.
Wirksame Rhetorik bietet dem Publikum gangbare Wege. Die Struktur einer Rede stellt (bildhaft gesprochen) den Weg dar, den Sie zusammen mit Ihrem Publikum gedanklich gehen. Ihr Publikum ist eher bereit, Ihnen auf diesem Weg zu folgen, wenn er leicht gangbar, interessant und in der Abfolge der Schritte spannend und vielleicht sogar überraschend ist.
Formulieren Sie Ihre inhaltlichen Absichten in einigen wenigen Sätzen. Das kann dann zum Beispiel so klingen:
Standard-Gliederung Eine strukturierte Rede ist in Einleitung, Hauptteil und Schluss gegliedert. Jeder dieser Teile hat eine spezifische Funktion: Einleitung Hauptteil Schluss Diese Standard-Gliederung lässt sich ausbauen und differenzieren - je nach Thema, Anlass, Absicht und Publikum.
Vorbereitungszeit: Nie hat man genug davon? Vorbereitungszeit ist einerseits von der Rededauer abhängig, andererseits davon wie komplex der Vortragsinhalt sich gestaltet. Für frei gehaltene Reden und Referate brauchen Sie weniger Vorbereitungszeit.
Im allgemeinen sind unter den genannten Bedingungen ein bis zwei Wochen Vorbereitung für frei gehaltene Reden optimal.
Dies liegt vor allem daran, dass wir beim Schreiben automatisch zu einer "Schreib-" und "Lese-Sprache" tendieren, die sich wenig fürs Sprechen eignet. Nur wenige Menschen sind in der Lage, schriftlich direkt in "Sprech-Sprache" und damit in einer "Hör-Sprache" zu formulieren. Zudem haben wir beim Schreiben mehr Zeit zum Denken als beim Sprechen. Dies bewirkt, dass uns während des Schreibens immer neue Aspekte und Verzweigungen unseres Themas in den Sinn kommen und wir so Gefahr laufen, uns in irgendwelchen thematischen Nischen zu verlieren. Manuskripte müssen meistens im Hinblick auf zwei Aspekte überarbeitet werden:
Checklisten zur Rhetorik und Präsentation geändert: 12.3.2001 |
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